Regelungen
Konfirmation | Kircheneintritt
Seit einem guten halben Jahr sind meine Frau und ich Inhaber der Pfarrstelle Wendeburg mit Harvesse und haben seitdem schon eine Menge erlebt.
Manche Wochen kam es uns wirklich so vor, als hätte man uns auf ein Pferd gesetzt, das nun erstmal mit uns durchgeht. Und so sind einige Umzugskisten noch immer nicht ausgepackt …
Nach rund 8 Jahren Dienst auf unserer ersten Pfarrstelle in Schöppenstedt hatten wir Anfang letzten Jahres den Entschluss gefasst, einmal zu wechseln. Und da Wendeburg von der Struktur her für eine noch halbwegs junge Familie mit vier Kindern zwischen 4 und 12 Jahren einiges bereit hält, stellten wir uns im Juni 2009 hier zur Wahl und wurden auch prompt gewählt.
Was wollen wir?
Wir wollen das kirchliche Kerngeschäft so gut bedienen wie wir können.
Was gehört zum kirchlichen Kerngeschäft?
Zunächst der Gottesdienst. Wer den Gottesdienst besucht, soll sich hinterher besser fühlen als vorher.
Er soll Gemeinschaft erleben. Er soll das Evangelium hören, mit den Ohren und mit dem Herzen und er soll sich einladen lassen zu einem fröhlichen Glauben. Er soll inspiriert werden und Kraft zum Glauben und Leben bekommen.
Zum Kerngeschäft gehört außerdem der Unterricht.
Das meint zunächst Konfirmandenunterricht. Wir haben das bisherige Unterrichtsmodell umgestellt auf ein einjähriges Modell mit wöchentlich einer Doppelstunde (siehe Konfirmation).
Unterricht meint in Wendeburg auch den großen Kindergarten, bei dem wir viele Chancen sehen, Kinder und ihre Eltern mit der biblischen Botschaft zu erreichen und in die Gemeindearbeit zu integrieren.
Was es für einen Neuling in dieser Arbeit auch an Schwierigkeiten bedeuten kann, eine solch große Einrichtung als Träger zu verantworten, haben wir schon reichlich erfahren. Das kostet sehr viel Zeit und manche Nerven, die einem dann woanders wieder fehlen. Aber wenn wir dann im Kindergarten unterwegs sind und von den Kindern begeistert empfangen werden, entschädigt das für Vieles. Wir sind hier mit allen Beteiligten auf einem guten Weg.
Und zum Kerngeschäft gehört die Seelsorge. Das kann ein Krankenbesuch sein, ein Gespräch, eine Beratung, ein Geburtstagsbesuch, obwohl da meistens zu viel Trubel ist für ein seelsorgerliches Gespräch.
Das kann ein Tauf-, Trau- oder Trauergespräch sein. Oder eine Begegnung zwischen Tür und Angel.
Alles drei, Gottesdienste, Unterricht und Seelsorge wollen wir so gut machen wie wir können. Wir wollen für alle – alt und jung – da und ansprechbar sein. Wir wollen mit der großen Schar sehr engagierter haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Gemeinde bauen, die aus der Mitte, aus dem Zentrum, aus Jesus Christus heraus lebt und wächst.
Und als letztes: Falls Sie Wünsche und Anregungen haben oder sonst etwas auf dem Herzen, scheuen Sie nicht, uns anzurufen, einen Termin zu verabreden und mit uns zu reden. Wir sind für Vieles zu haben, aber nicht für Alles. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen!
Konfirmation
Die beiden Kirchenvorstände haben beschlossen, das bisherige Unterrichtsmodell leicht zu verändern.
Der Konfirmandenunterricht (KU) soll künftig für rund ein Jahr erteilt werden (statt vorher eineinhalb Jahre als Vor- bzw. Hauptkonfirmandenunterricht).
Er beginnt wenige Wochen nach Ostern nach der Konfirmation des vorhergehenden Jahrgangs. Ihr Kind sollte dann in der 7. Klasse bzw. 13 Jahre alt sein; folglich sollte es bei der Konfirmation in der 8. Klasse und 14 Jahre alt sein. Der KU wird wöchentlich eineinhalbstündig und in der Regel in zwei gleich großen Gruppen erteilt.
Der Unterricht findet im Jahrgang 2010/2011 am Dienstagnachmittag und Donnerstagnachmittag um 16.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr statt. Diese Zeiten sind noch flexibel und können dann den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden.
Die Konfirmationen sollen wie bisher bald nach Ostern stattfinden.
Anfang des Jahres werden die Kinder von uns angeschrieben, die für den KU in Frage kommen könnten. Im Februar erfolgt die Anmeldung und im März gibt es einen informativen Elternabend. Im April oder Mai beginnt dann der Unterricht, in dem neben den klassischen Themen auch Themen aus der Lebenswelt der Jugendlichen behandelt werden.
Sie sollen etwas über Kirche und Glauben kennenlernen, Interesse daran bekommen und für sich die wichtigste Entscheidung eines Lebens treffen:
Ja, ich will mit Jesus leben; ihm will ich vertrauen und ihm Raum geben in meinem Leben!
Sollten Sie Fragen zur Konfirmandenarbeit in unseren Gemeinden haben, können Sie sich jederzeit – gern auch per Mail – an mich wenden.
Pastor Frank Wesemann
Kircheneintritt
Unruhig saß mir der junge Mann gegenüber. Er wollte wieder in die Kirche eintreten. Seine Kollegen hatten ihn gewarnt und ganz unruhig gemacht. Sie hatten ihm eingeredet, dass ich ihn bestimmt über seinen Glauben ausfragen würde. Erleichtert stellte er fest, dass das Aufnahmegespräch anders verlief. Wir unterhielten uns über seine damaligen Gründe für seinen Kirchenaustritt, über seine Motivation, jetzt wieder einzutreten, über seinen beruflichen Werdegang, über dies und das, über Gott und die Welt. Das reichte mir. Seinen Glauben konnte ich nicht prüfen. Wie soll das auch gehen? Aber ich merkte, dass es ihm ernst war. Er wollte wieder dazugehören zur großen Familie von Christen.
Kein Einzelfall. Viele sind überrascht, wie einfach und unkompliziert ein Kircheneintritt vollzogen werden kann. Daher habe ich hier ein paar Fragen und Antworten bearbeitet, die Sie über den Kircheneintritt informieren sollen. Es würde mich freuen, wenn Sie selbst oder jemand, den Sie kennen, dadurch angestoßen wird, wieder in der Kirche heimisch zu werden.
An wen muss ich mich wenden, wenn ich wieder in die Kirche eintreten will? Bitte rufen Sie in unserem Büro (2356) an, oder Sie wenden sich direkt an Petra oder Frank Wesemann.
Wir vereinbaren gern ein Gespräch mit Ihnen.
Werde ich noch einmal getauft? Die Taufe ist einmalig. Sie wird grundsätzlich von allen Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gegenseitig anerkannt. Darum werden Sie bei einem Kircheneintritt nicht noch einmal getauft.
Und wenn ich vorher keiner christlichen Gemeinschaft angehört habe? Dann werden Sie durch die Taufe in die evangelische Kirche aufgenommen. Der Taufe geht in der Regel ein Taufunterricht in Form von 2-3 Gesprächen voraus. Sie können so den christlichen Glauben näher kennen lernen.
Muss ich mich prüfen lassen, wenn ich wieder in die Kirche eintrete? Von uns nicht. Vorgesehen ist in der Regel ein Gespräch mit einem Mitglied des Pfarramtes sowie die Teilnahme an einem Gottesdienst mit Teilnahme am Abendmahl.
Sie sollten sich allerdings selbst prüfen, wie ernst es Ihnen mit der Kirche ist. Sie setzen Ihre Unterschrift nicht unter ein Zeitschriftenabonnement, sondern treffen eine wichtige Entscheidung.
Werde ich der Gemeinde vorgestellt? Nicht ausdrücklich. Wenn Sie es gerne möchten, kann in einem Gottesdienst Ihr Eintritt bekannt gemacht werden.
Was habe ich von der Mitgliedschaft in der Kirche? Die Kirche ist eine große Gemeinschaft. In ihr tauschen sich die Menschen über ihren Glauben aus und bekommen dadurch neue Anregungen für die großen Fragen nach Ursprung, Sinn und Ziel des Lebens. Darüber hinaus erwerben Sie mit der Kirchenmitgliedschaft verschiedene Rechte, z. B. das Recht, ein Patenamt zu übernehmen, kirchliche Dienste in Anspruch zu nehmen (z. B. die kirchliche Trauung, das kirchliche Begräbnis) und an vielen Angeboten Ihrer Kirchengemeinde teilzunehmen. Sie haben zudem das Recht, an den alle sechs Jahre stattfindenden Wahlen zum Kirchenvorstand teilzunehmen, selbst zu wählen oder sich in ein kirchliches Amt wählen zu lassen.
Welche Unterlagen werden benötigt? Sofern Sie uns nicht persönlich bekannt sind, sollten Sie Ihren Personalausweis dabei haben. Außerdem werden bei einem Wiedereintritt die Daten über den Kirchenaustritt (Austrittsbescheinigung) und möglichst auch die Taufurkunde benötigt.
Was kostet mich der Eintritt? Der Eintritt in die evangelische Kirche ist, im Unterschied zum Austritt bei den staatlichen Stellen, kostenlos.
Was kostet mich die Mitgliedschaft? Es gibt viele Kirchenmitglieder, die gar keine Kirchensteuer zahlen (z.B. Jugendliche, Studierende, Arbeitslose, Rentner). In der Regel müssen 9 Prozent der Lohn- oder Einkommenssteuer bezahlt werden.
Dies gilt ab einem Bruttoeinkommen von 899,99 € für Ledige, 1.703,99 € für Verheiratete und 2.258,99 € für Verheiratete mit einem Kind. Wer 2.500 € brutto im Monat verdient und verheiratet ist, zahlt nur 12,69 € Kirchensteuer monatlich. Die Kirchensteuer kann als Sonderausgabe von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. So verringert sich Ihre Steuerschuld.
Die Kirche ist dankbar, dass ihre Mitglieder die kirchliche Arbeit mit Spenden und Kollekten und vor allem mit der Kirchensteuer unterstützen. Falls Sie eine Lohnsteuerkarte haben: Bitte lassen Sie Ihre Kirchenzugehörigkeit nach Ihrem Wiedereintritt eintragen.
Was hat der Staat mit der Kirchensteuer zu tun? Der Staat zieht die Kirchensteuer mit der Lohnsteuer ein. Für diese Dienstleistung zahlt die Kirche an den Staat eine Gebühr. Ein eigenes kirchliches System wäre erheblich teurer.
Übrigens: Mitglied der Kirche wird man durch die Taufe. Wer getauft ist, gehört unwiderruflich zur Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben.
Eigentlich gibt es also keine „Kündigung“, keinen Austritt aus der Gemeinschaft der Gläubigen. Deshalb findet auch beim Wiedereintritt keine zweite Taufe statt. Wenn man in Deutschland von Kirchenaustritt spricht, dann ist lediglich der steuerrechtliche Verwaltungsakt gemeint, bei dem Getaufte erklären, dass sie nicht mehr zu ihrer Religionsgemeinschaft gehören wollen.
Wäre es nicht schön, wenn Sie wieder dazugehören? Oder jemand, den Sie kennen? Sprechen Sie ihn oder sie an. Und ich freue mich schon jetzt, wenn Sie mir bald auch erleichtert gegenüber sitzen: Als neues Gemeindemitglied!
Pastor Frank Wesemann

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