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26.02.2026 Kategorie: Angedacht

Versuchung

Jesus blieb standhaft

Die Geschichte aus dem Garten Eden erzählt uns eine paradiesische Geschichte mit einem fast perfekten Paar – allerdings ohne Happyend. Damals, als es weder SMS-Flirts noch Love-Datings, weder Valentinstagssträuße noch Milka-lila-Herzen, weder Herrendüfte noch rosa Kerzen in Herzform gab, war die Welt noch in Ordnung. Davon erzählen die ersten beiden Kapitel der Bibel. Damals gab Gott der Welt die höchste Auszeichnung, die die Stiftung Warentest verleihen kann: Siehe, es war sehr gut! Nicht zu toppen! Alles bestens! Wie kam es aber nun dazu, dass in die perfekte Welt des Paradieses Fluch, Feindschaft und Tod Einzug hielten?

Schuld war die Schlange. Denn sie war listiger als alle Tiere auf dem Felde. Aus ihr sprach die Stimme des teuflischen Versuchers. Und wo knüpft die Versuchung bis heute immer an? Am Gebot Gottes. Gott hatte den beiden ersten Menschen erlaubt, von allen Bäumen des Gartens zu essen. Nur nicht von dem einen. Die beiden lebten in (fast) grenzenloser Freiheit. Alles war ihnen erlaubt. Nur nicht dieses eine. Und genau daran setzt der Versucher an.

Wer kleine Kinder hat oder sich daran erinnert, wie es war, als die Kinder noch klein waren, kennt das zu gut. Im Kinderzimmer ist alles erlaubt. Dort darf mit allem gespielt werden.

Doch was interessiert die lieben Kleinen am meisten: Die Stereoanlage von Papa und die Nähmaschine von Mama. Das Verbotene ist das Interessanteste. Und das gilt nicht nur für Kinder.

Die Versuchung zeigt uns nie die tausend Freiheiten, die uns Gott in seiner Liebe schenkt. Sie zeigt uns immer nur unsere von Gott gesetzte Begrenzung. Aber Begrenzung gehört zum Menschsein, zum Geschöpfsein dazu. Nur Gott ist unbegrenzt. Weil immer das Geschöpf der Schöpfer sein will, verspricht die Schlange genau das: Ihr werdet sein wie Gott. Mit einer größeren Versuchung kann der Versucher den Menschen nicht locken. Sein wie Gott: Endlich Krankheiten heilen, Schmerzen lindern, Leben verlängern, ewig leben, das Weltklima retten. Das Geschöpft schwingt sich auf zum Schöpfer und bringt sich damit um die von Gott geschenkte Freiheit.

Die listige Schlange hat die Frau so lange weich gelabert und so lange das Gotteswort verdreht, bis die Frau den Kopf umdreht und den Baum und die Frucht genauer ansieht und Lust bekommt, davon zu essen. Die Sünde beginnt meistens mit dem Auge, mit dem begehrlichen Blick, dass man seine Augen einfach nicht mehr von einem (hübschen) Menschen oder einer (verlockenden) Sache abwenden kann. Eva dreht sich um, sieht die lecker anzusehende Frucht, streckt den Arm aus, greift sie sich und beißt rein. Sie probiert, gibt ihrem Mann davon, und beide essen. Die Versuchung ist immer süß und leicht und das Erwachen danach ist immer bitter mit schwerwiegenden Folgen. Da hilft es nur, den Blick abzuwenden. Wohin? Auf Jesus, der in seinen Versuchungen standhaft blieb und an unserer Seite steht, wenn die süße Versuchung uns lockt. Und wenn das nicht gelingt, kann es auch helfen, die Beine in die Hand zu nehmen und vor der Versuchung zu fliehen und sich nicht von ihr einholen zu lassen.

Foto: Karsten Paulick / www.pixabay.com

Beitrag von Frank Wesemann