Vor vielen Jahren wurde in Bad Pyrmont das altehrwürdige Kurhotel verkauft. Der neue Besitzer wollte das gesamte Gebäude modernisieren. Man stellte fest, dass der imposante Prachtbau auf Eichenpfählen errichtet worden war, und dass diese Eichenpfähle durch Grundwasserschwankungen zum Teil verfault waren. Also fehlte dem Gebäude im Grunde ein tragfähiges Fundament. Man entschloss sich, für viel Geld das Fundament zu erneuern, indem man wochenlang Unmengen von Beton unter das Gebäude pumpte. Nachdem es auf diese Weise stabilisiert worden war, konnte innen die Renovierung losgehen. Und das Gebäude steht heute immer noch - dank des neuen Fundamentes.
Auf welchem Fundament steht eigentlich die christliche Gemeinde? Auf welches Fundament stelle ich mein Leben? Was gibt meinem Leben den Grund zum Leben?
Paulus war zwar gelernter Zeltmacher. Aber er schreibt in seinem 1. Brief an seine Gemeinde in Korinth einige interessante Sätze zur Fundamentfrage: "Ich habe den Grund gelegt, ein anderer baut darauf." So ist das auf Gottes Baustelle: Da arbeitet auch ein Team. Paulus hatte sein Team. Petrus hatte sein Team. Vorher hatte Jesus sein Team von 12 weitgehend unbekannten, unbegabten, ungeschickten, glaubensschwachen und zweifelnden Jüngern. Und es ist wie beim Hausbau: Das eine Team macht die Bodenplatte, die Decken und Wände. Das nächste Team macht das Dach. Das nächste die Fenster, das nächste Tapeten und Bodenbeläge usw. Der Betonbauer muss nicht Teppich verlegen, und der Maler muss nicht den Dachstuhl zimmern. So hat jeder seine eigene Aufgabe vom Bauherren zugewiesen bekommen.
Genau wie in der Gemeinde. Da macht nicht ein Team alles, sondern jeder beackert den Teil, für den er zuständig ist. Der eine kann gut reden, die andere gut zuhören, einer gut verwalten, der andere kann mitfühlen, die andere trösten, wieder ein anderer organisieren, Kaffee kochen, Kuchen backen, Liebe ausstrahlen, Haushaltspläne aufstellen, Kinder begeistern, Jugendliche motivieren und demütig dienen. Jeder Christ ein Gitarrist hieß es früher. Heute sind wir die Bauhelmtruppe Gottes, wo jeder gern die Baustelle betreten und mitarbeiten darf. Wir sind Gottes Mitarbeiter.
Jesus Christus ist das Fundament, das hält oder: Auf diesen Stein können wir bauen!
Wir sind Gottes Mitarbeiter und bauen mit an seiner Kirche. Aber der Bau gelingt nur, wenn der wichtigste Teil vom Haus passt und man daran nicht gespart hat. Wenn das Fundament nicht stimmt, dann ist alles, was darauf gebaut wird, vom Verfall bedroht.
Am Schluss der Bergpredigt sagt Jesus seinen Zuhörern: »Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Felsengrund baut ... Wer sie aber hört und nicht tut, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baut.«
Worauf haben wir unser Lebenshaus gebaut? Hält es, wenn Sturm und Regen kommen?
Hält es, wenn Krisen und Krankheiten kommen? Hält es, wenn die Zukunft unsicher und die Gegenwart schwer planbar ist?
"Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus", schreibt Paulus. Jesus ist das Fundament, das seit 2000 Jahren gelegt ist. Und trotzdem ist dieses Fundament nicht am Faulen, es ist nicht morsch, es gibt nicht nach, sondern es ist genauso tragfähig wie am ersten Tag. Auf diesem Fundament gründet die Kirche, auch wenn sie das manchmal vergisst. Dabei trägt Jesus als Fundament die Kirche wie am ersten Tag. Er tröstet die Traurigen, er richtet die Schwachen auf, er gibt den Ängstlichen Zukunft und Hoffnung, er steht denen bei, die heute wegen ihres Glaubens an ihn im Gefängnis sitzen, in Arbeitslagern schuften müssen, gefoltert und getötet werden, weil er das Fundament ist, das trägt, der Fels, der jedem Sturm standhält. Und auf diesem Fundament sollen wir auch unser ganz persönliches Leben aufbauen. Denn es ist stabil und fest, erdbebensicher und mit lebenslanger Garantie. Auf Jesus können wir bauen!

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