Unsere Braunschweigische Landeskirche steht vor grundlegenden strukturellen Veränderungen. Dies hat direkte Auswirkungen auf unsere Kirchengemeinden.
Die Eckpunkte für dieser Strukturreform wurden im November 2025 von der Landessynode mit großer Mehrheit beschlossen und sollen bis 2030 umgesetzt werden.
Um die neue Gestalt Schritt für Schritt mit Leben zu füllen, wurde nun eine Zeitschiene für die nächsten Meilensteine entwickelt.
Dazu gehört als erster Schritt die Bildung neuer Propsteien: aus den bisherigen elf sollen bis zum 01.01.2027 vier Propsteien werden.
Zu diesem Thema führen wir gerade Gespräche mit Kirchenvorständen, mit Pfarrpersonen, im Propsteivorstand, mit den benachbarten Propsteien und bald auch auf der Propsteisynode, denn laut Zeitplan sollen die grundsätzlichen Ideen zum Zusammenschluss schon bis Ende März feststehen. Danach werden bis spätestens September die Gemeinden und Propsteisynoden dazu angehört. Wir sind also sportlich unterwegs, wenn wir gut miteinander und auch mit Ihnen in den Gemeinden ins Gespräch kommen wollen.
Als zweiter Schritt werden Regionalkirchengemeinden gebildet. Diese sollen mindestens 10.000 bis 15.000 Mitglieder haben.
Im Beteiligungsprozess des vergangenen Jahres wurde immer wieder deutlich, dass diese Größe herausfordernd ist und viele Ehrenamtliche sich v.a. auf Ortsebene engagieren möchten.
Dies soll auch weiterhin möglich sein! Mir ist es ein Anliegen, dass mit den Regionalgemeinden nicht alles einheitlich oder zentralisiert gestaltet wird, sondern dass in den einzelnen Orten auch weiterhin Gestaltungsraum für eigene Ideen und Traditionen vorhanden ist.
Um das möglich zu machen, sollen zukünftig Menschen in Ortsgremien berufen werden (der Arbeitstitel ist momentan „Ortsausschuss“, aber am Namen wird noch gearbeitet). Diese bringen sich auf Ortsebene ein, um hier kirchliches Leben zu gestalten.
In der Regionalkirchengemeinde ist die Geschäftsführung angesiedelt und als Körperschaft des öffentlichen Rechts liegt dort im regionalen Kirchenvorstand die Verantwortung für Finanzen, Gebäude und Personal.
Diese neue Gestalt wurde entwickelt, um auch zukünftig kirchliches Leben in der Fläche gut gestalten zu können. Die aktuellen Beobachtungen sind: die Kirchenmitglieder werden weniger, sodass zukünftig wohl auch weniger Ehrenamtliche da sein werden, um Kirche vor Ort zu gestalten. Im besten Fall werden die Ortsgemeinden durch die Reform von der Verwaltung entlastet und können sich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren.
Auch die Zahl der Hauptamtlichen wird in absehbarer Zeit durch Ruhestand und wenig Nachwuchs geringer werden. Schon jetzt gibt es mehr freie Pfarrstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Durch die Konzentration der Kirchenvorstandsarbeit auf die Regionalkirchengemeinde können sich die Pfarrerinnen und Pfarrer zukünftig auf die Begleitung der Gemeinde konzentrieren und nur einige wenige sind für die Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen, regionalen Kirchenvorstand verantwortlich.
Sie merken beim Lesen, aktuell sind noch nicht alle Details abschließend geklärt. Wir sind mitten in der Entwicklung der neuen Gestalt von Kirche, die wir aufgrund dieses Beschlusses strukturell sein werden. Und diese Aufgabe ist nicht trivial, weil wir die Kirche, wie wir sie bisher kennen, an vielen Stellen neu denken müssen. Gleichzeitig bleibt es unser Auftrag, in die Welt zu gehen, das Evangelium zu predigen, zu taufen (Mt. 28) und natürlich für die Menschen da zu sein und sie bis zum Lebensende zu begleiten. Aber diese Aufgabe können wir nur gemeinsam gestalten! Genau so wie wir die zukünftige Gestalt von kirchlichem Leben nur gemeinsam entwickeln können. Denn nur miteinander sind wir Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen!
Daher bin ich dankbar über Gespräche, Rückmeldungen, Ideen auf dem Weg!
Schreiben Sie uns gern über vechelde.pr@lk-bs.de (Propsteibüro Vechelde). Hier können Sie sich auch für den Newsletter der Propstei anmelden.
Das vollständige Eckpunktepapier sowie den Synodenbeschluss finden Sie außerdem auf der Webseite zum Zukunftsprozess: mit-segen-unterwegs.de.
Dieser Artikel ist nur ein kleiner Einblick in den aktuellen Prozess. Aber ich lade Sie ein, in Ihren Gemeinden, Kirchenvorständen und mit Ihren Pfarrpersonen ins Gespräch zu kommen. Und wenn Sie möchten, laden Sie mich oder Herrn Rühmann als frisch gewählten Landessynodalen zu diesem Thema ein.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pröpstin Susanne Behr

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